Arlesheim Heilmittellabor in der Schweiz
Seit über 100 Jahren stellt die Klinik Arlesheim ihre eigenen Heilmittel her. Als wichtiger Pfeiler für Produktion, Forschung und Austausch erhielt das ...
Die Klinik Arlesheim, 1921 von Dr. Ita Wegman in Zusammenarbeit mit Rudolf Steiner gegründet, praktiziert seit über 100 Jahren anthroposophische Medizin. Das Akutspital mit großer Ambulanz verbindet in den Bereichen Innere Medizin, Onkologie und Psychiatrie schulmedizinische und anthroposophische Therapieverfahren. Heileurythmie, künstlerische Therapien und Pflegeanwendungen ergänzen das Angebot.
Eine Besonderheit: Seit über einem Jahrhundert stellt die Klinik rund 600 Heilmittel sowie zahlreiche Pflegeprodukte in Handarbeit her. Großteils mit Pflanzen aus dem klinikeigenen Garten. Als das Areal nach 100 Jahren Wachstum den Anforderungen an einen zeitgemäßen Klinikbau nicht mehr entsprach, fiel die Entscheidung für zwei Neubauten: das 2023 fertiggestellte Heilmittellabor und das neue Spitalgebäude, das Anfang 2027 seine Türen öffnet.
Architektur: BSS Architekten und 9graden architectuur
| Ausführung: | Thoma Partner Thoma Holz100 Schweiz GmbH |
| Ort: | Arlesheim, Basel-Landschaft, Switzerland |
| Projekt: | Holz100 Klinikgebäude |
| Gesamt: | Ca. 1990 m³ |
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Die Bauherrschaft wünschte Holz100 wegen der gesundheitsfördernden, ökologischen und ästhetischen Eigenschaften. Beide Gebäude werden bis auf die Keller, Sockelgeschoße und Erschließungskerne in Holz100-Bauweise errichtet. Dabei kommen mit Holzdübeln verbundene Elemente zum Einsatz. Sie sind frei von Leim, Metall, Chemie und Holzschutzmitteln.
Für das Projekt wurden rund 1.925 m³ leimfreies Dübelholz aus Fichte und Tanne von Thoma Holz100 verbaut. In den Außenwänden kamen 25 cm starke Massivholzelemente zum Einsatz, in den Innenwänden 14 cm sowie 20 cm starke Elemente und in den Holz-Beton-Verbunddecken 21,5 cm starke Holz100 aktiv Deckenelemente. Die Stützen bestehen aus naturbelassenem Mondholz aus der Schweiz.
Seit Oktober 2025 ist die Außenhaut des Gebäudes komplett fertiggestellt. Was man dort sieht, ist mehr als Architektur. Die 24 Millimeter starke Lärchenschalung bleibt bewusst unbehandelt. Kein Lack, keine Lasur, keine Chemie. Ausschließlich Mondholz, geschlagen bei abnehmendem Mond im Winter, wenn der Flüssigkeitstransport im Baum am geringsten ist. Dadurch ist das Holz dichter, dauerhafter und widerstandsfähiger. Die Bretter im Sockelbereich lassen sich bei Bedarf austauschen. Das ist durchdachte Langlebigkeit statt geplanter Obsoleszenz.
Die Bauherrschaft stellte hohe Nachhaltigkeitsansprüche an das Projekt und erarbeitete fünf Nachhaltigkeitsthemen mit baubiologischen Schwerpunkten:
Natürliche Materialien: Die Entscheidung fiel auf natürliche, unverfälschte Materialien und nachwachsende Rohstoffe mit positiver Umweltauswirkung. Diese sollten sichtbar und wahrnehmbar verarbeitet werden.
Sensorische Qualität: Die sensorische Wirkung des Gebäudes war entscheidend. Die Materialien sollten angenehm duften und frei von giftigen Dämpfen, Toxinen und Allergenen sein.
Feuchtigkeitsregulierung: Natürliche Feuchtigkeitsregulierung durch dampfdurchlässige Materialien wie Holz und Lehm war wichtig.
Erneuerbare Energien: Erneuerbare Energiequellen prägten das Energiekonzept. Die Holz100 aktiv Deckenelemente wurden mit Bauteilaktivierung versehen. Das ist ein Niedertemperatursystem, bei dem in der untersten Lage der Elemente Rohre mit erwärmtem oder gekühltem Wasser verlegt wurden. Diese Methode sorgt für ein behagliches Raumklima und spart Energie.
Regionale Herkunft: Die lokale oder regionale Herkunft der Rohstoffe war dem Team wichtig. Auch deshalb fiel die Wahl auf Mondholz aus der Schweiz, aus dem Schwarzwald und Österreich.
Durch minimalen Energieverbrauch und Solarenergie erreichen die Neubauten den Minergie P-Standard und speichern laut Architekten über 2000 Tonnen CO₂. Die hellen, unbehandelten, chemiefreien Holz100-Bauteile wirken sich positiv auf die Stimmung aus. Warme Farbtöne und viel Tageslicht schaffen Behaglichkeit. Durchdachte Blick- und Raumkonzepte erzeugen Sicherheit.
Diese Faktoren tragen zur Genesung der Patienten bei, genauso wie die in Handarbeit hergestellten Heilmittel der Klinik Arlesheim. Als Europas erstes Klinikgebäude in Massivholzbauweise zeigt das Projekt, wie moderner Gesundheitsbau aussehen kann: nachhaltig, gesundheitsfördernd und im Einklang mit anthroposophischen Werten.
Die beiden Neubauten sind das Ergebnis einer internationalen Zusammenarbeit. Das niederländische Büro 9graden architektur ist für das anthroposophische und organische Design verantwortlich, BSS Architekten aus der Schweiz für die Umsetzung. MedPlan Engineering erarbeitete als Planer für Spitaltechnik und Medizintechnik gemeinsam mit den Nutzern die Prozesse sowie die medizinische Ausstattung. Diese Bündelung unterschiedlicher Fachkenntnisse ermöglichte kreative Lösungen und einen zeitgemäßen Entwurf. Auch der umgebende Park, auf den die Gebäude Bezug nehmen, wurde im Zuge der Neubauten neu gestaltet.
Das Planungsteam folgte dem Ansatz der Anthroposophischen Architektur, die Gesundheit und Vitalität des Menschen in den Mittelpunkt stellt und das Bewusstsein für Gesundheitsphänomene im eigenen Körper fördern soll. Der Gestaltungsansatz legt Wert auf ausgewogene Proportionen, die Balance zwischen Polaritäten und die Abstimmung von Innen und Außen, von Detail und Gesamtheit.
Ergänzend kam das Prinzip der Heilenden Architektur zum Einsatz. Dieser Ansatz geht davon aus, dass Gebäude die menschliche Gesundheit positiv beeinflussen können. Das Bewusstsein, ein Gebäude zu errichten, das Lebenskräfte unterstützt, beim Stressabbau hilft und Ruhe ausstrahlt, prägte den Entwurfsprozess. Die Planer setzten sich intensiv mit Akustik, Optik, Material, Geruch, Tageslicht, Farbe und Orientierung auseinander.
Die Wegeführung wurde so konzipiert, dass sich in Blickrichtung der Achsen Fenster befinden, die einen Bezug nach außen herstellen und beim Orientieren helfen. Das von unten nach oben verlaufende Farbkonzept erzählt eine eigene Geschichte: Im Erdgeschoss nehmen Grüntöne Bezug auf den umgebenden Park, nach oben hin werden die Farben wärmer, bis im obersten Geschoss Orangetöne Wärme und Geborgenheit vermitteln.
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