Rohstoffquelle Mehrfachnutzung

Nachwachsende Rohstoffe sind heute ein wichtiger Bestandteil von langfristig guten Zukunftskonzepten. Ein markantes Beispiel in Mitteleuropa ist die rasante Umstellung etlicher Heizungen von Erdöl und Gas auf Holz, insbesondere Holzpellets.

Wenn Holz statt Erdöl verheizt wird, dann ist das in jedem Fall gut, da ja die klimaerwärmende CO2-Emmission der Erdölverbrennung durch den CO2-neutralen Energieträger Holz ersetzt wird. Dennoch ist diese Form der einmaligen Wiederverwertung lediglich ein Downsizing, weil bei der Verbrennung die Energie nur thermisch genutzt wird. Im Fall von Holz100 ist hingegen eine mehrfache Wiedernutzung des Holzes möglich.

Diese Mehrfachnutzung kann folgendermaßen aussehen:

  1. Zuerst werden die Bäume zur besten Zeit genutzt (Saftruhe, Mondphase).
  2. Dann werden die Stämme sorgfältig verarbeitet und „filetiert“, die ganz schönen Bretter für Möbel, Instrumente, etc. reserviert, die „normalen“ Bretter und Pfosten für Bauholz wie etwa Holz100 verwendet, Späne, Rinde und Hackgut zu Strom, Wärme und Treibstoff verarbeitet.
  3. Ein Holz100-Haus wird gebaut. Haltbarkeit: mehrere 100 Jahre
  4. Nach 50 Jahren erfolgt vielleicht ein Umbau. Thoma bietet an, die Holz100-Elemente wieder zurückzunehmen und für den Umbau wieder zu verwenden. Die Holzdübel, welche die kreuzweise geschichteten Brettlagen verbinden, werden durch Roboter oder manuell herausgebohrt und Pfosten für Pfosten bzw. Brett für Brett abgestapelt. Dadurch, dass nichts verklebt oder verunreinigt ist, können alte Teile für die Herstellung neuer Holz100-Elemente verwendet werden.
  5. Nach zwei bis drei Bauholzzyklen sind die Bretter schließlich gesprungen oder zu sehr abgenutzt.
  6. Nun kann die Ware aus den zerlegten Holz100-Elementen noch für Holzverpackungen oder Paletten verwendet werden.
  7. Danach wird das Material zerhackt und die Hackschnitzel kommen in die Papierfabrik.
  8. Dieses Papier wird mehrmals als Altpapier wieder zur neuerlichen Papierherstellung verwendet bzw. beigemengt. Nach einer bestimmten Anzahl der Papierwiederverwendung werden die Fasern zu kurz. Jetzt kann noch die Sonnenenergie genutzt werden, die der Baum seinerzeit gespeichert hatte.
  9. In Biomassenheizwerken wird der Rest CO2-neutral verbrannt – gleichzeitig wird nicht nur Wärme, sondern auch „nachwachsender“ Ökostrom und Treibstoff bei dieser Verbrennung erzeugt.
  10. Die Asche wird wieder als Dünger zu Humus und zur fördernden Lebensgrundlage für die nächste Baumgeneration.

Zwar ist die Beschreibung dieser Mehrfachnutzung ein theoretisches Maximum, dennoch macht sie deutlich, wie effizient der Rohstoff Holz genutzt werden kann. Die wichtigste Maßnahme, um diese Mehrfachnutzung zu ermöglichen: das Holz darf nicht vergiftet werden. Daher sind giftige Leime und Holzschutzmittel absolutes Tabu bei Thoma.

Durch die mehrfache Nutzung des Holzes durch den Rückbau und Wiederverwertung eines Holz100-Hauses steht uns aus dem Zuwachs des Waldes Jahr für Jahr auch mehrfach so viel Holz zur Verfügung. So wird der Wald zu einer kaum erschöpfbaren Rohstoffquelle.

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